Essenz und der freie Wille zu handeln

 

Dr. Vijai S Shankar MD.PhD.

Published on www.acadun.com

The Netherlands

8th November 2014

 

 

Essenz und der freie Wille zu handeln

 

Der Mensch glaubt, dass er einen freien Willen hat, und er ist überzeugt, dass der freie Wille ihn befähigt, in seinem täglichen Leben das zu tun, was er zu tun wünscht. Worauf bezieht sich der freie Wille? Der freie Wille bezieht sich auf Handlungen, auf gesprochene oder geschriebene Worte und auf Gedanken, denn der Mensch ist überzeugt, dass er einen freien Willen hat, zu tun, was er tun will, sowie zu sagen, zu schreiben und zu denken. Handeln, Sprechen, Schreiben und Denken sind Handlungen und Handlungen beinhalten Bewegungen des Körpers.

 

Allerdings haben die Erleuchteten verkündet, dass das, was bestimmt ist zu geschehen, geschehen wird und keine Macht der Welt es verhindern kann. Eben so wie das, was nicht bestimmt ist zu geschehen, nicht geschehen wird und keine Macht der Welt es bewirken kann. Dies scheint dem Glauben des Menschen an den freien Willen zu widersprechen. Daher ist eine Erläuterung notwendig, um die Verkündigung der Erleuchteten für den Menschen zu erklären.

 

Die Essenz reflektiert Bewusstsein, was wiederum das Leben evolutionär entwickelt. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass sich die intrinsische Eigenschaft „Verständnis“ und Handlungen vom Bewusstsein aus entwickelt haben. Beispielsweise das Verständnis, eine gerade Linie auf einem Papier zu zeichnen. Der primitive Mensch hatte weder einen Stift zum Schreiben, noch Papier, um eine Linie darauf zu zeichnen. Der primitive Mensch hatte nur Sand, um darin zu schreiben, und einen Stock zum Schreiben.

 

Der Stock des primitiven Menschen machte ein paar Punkte in den Sand, während er ging, doch er bemerkte nicht, dass der Stock oder er selbst sie machte, und nahm auch die Punkte nicht als Punkte wahr. Die Punkte waren in einer gewissen Entfernung von einander, wo wie . . . . Und später ließ das Leben die Punkte näher aneinander geschehen, so wie … schließlich entwickelte sich seine Handbewegung als eine verlängerte Bewegung, die die Punkte im Sand sich miteinander berühren ließ, so dass sie als eine Linie erschienen. Das Verständnis einer Linie geschah im primitiven Menschen und der Glaube, die Linie gemacht zu haben, während sich in Wirklichkeit die Linie als eine verlängerte Bewegung der Hand entwickelt hatte und der primitive Mensch weder die Bewegung noch die Linie gemacht hatte.

 

 

Doch wie können wir sicher sein, dass die Linie dadurch geschah, dass Punkte so durch eine verlängerte Bewegung der Hand als ein Prozess der Evolution aneinander gesetzt wurden und die Linie nicht von primitiven Menschen gemacht wurde? Sicherheit ergibt sich daraus, wenn wir ein modernes Kind dabei beobachten, wie es mit verschiedenen Größen von hölzernen Ringen spielt, die man auf einen Stock der sich auf einem Sockel befindet, anbringt, alle über einander, so dass es einen Turm ergibt. Langsam, im Laufe der Tage, ist das Kind in der Lage alle Ringe mit der richtigen Größe übereinander zu legen, um einen Turm zu formen. Folglich entwickelte sich die Handlung, einen Turm zu machen, im Kind und das Kind machte den Turm nicht.

 

Das bedeutet, dass eine Linie, die vom modernen Menschen auf ein Papier gezeichnet wird, eine Serie von Punkten ist, die von einem Stift nebeneinander gemacht wurden. Folglich wird eine Linie nicht von Menschen aufgrund seines freien Willens gezeichnet. Die Linie ist einfach eine entwickelte, verlängerte Bewegung der Hand, die bestimmt war, zu geschehen. Das impliziert einfach nur, dass jede Handlung nichts weiter ist, als eine entwickelte Bewegung des Körpers. Der Mensch hat keine Kontrolle über die Bewegung des Körpers, denn der Mensch hat keine Kontrolle über die Essenz des Lebens. Freier Wille über irgendeine Handlung ist daher ein Glaube und nicht die Wahrheit.

 

Die Erleuchteten haben zutreffend verkündet, dass das, was bestimmt ist zu geschehen, geschehen wird und keine Macht der Welt es verhindern kann. Die Erleuchteten haben erkannt, dass das Leben fließt und der Mensch weder ein Handelnder ist noch einen freien Willen hat. Daher haben sie Mitgefühl und Liebe in Bezug auf alle, die sie kennen, die sie treffen und mit denen sie leben.


Autor: Dr. Vijai S. Shankar
© Copyright V. S. Shankar 2014

 

 

Anmerkung des Herausgebers:

Schritt für Schritt und unvermeidlich geschieht der Niedergang der lange etablierten Überzeugungen, die die Verstände von Männern und Frauen konditionieren, durch die Gnade weiser Beratung. Unter diesen Überzeugungen und Ideologien sticht besonders die Theorie des freien Willens hervor – eine Theorie, die zu einem aggressiv verteidigten Recht des Menschen geworden ist. Er verliert sein Leben, während er dieses Recht verteidigt. Der Verstand des Menschen ist so mit seinen täglichen Aktivitäten, wenngleich illusionär, beschäftigt, dass er sich selten mit dem Moment, der ist, verbindet. Der Mensch rettet sein Leben in dem Moment, der ist – denn das ist, wo du dich wirklich befindest. Der Autor dieses Artikels, Dr. Vijai Shankar, schenkt, seit vielen, vielen Jahren schon, unbezahlbare Einsichten in das Leben der Menschheit. Er hat sein eigenes Leben voll und ganz dafür hingegeben, das tiefe Verständnis der Weisen anzubieten, das sich auf die Angelegenheiten und Gelegenheiten eines jeden Mannes und jeder Frau bezieht, jeden Tag, den er oder sie lebendig ist. Dr. Shankars Worte, gesprochen oder geschrieben, sind in Büchern und CDs zu finden, die auf der Website www.acadun.com erhältlich sind. Die Bücher sind auf Englisch, Niederländisch, Deutsch, und Hindi verfügbar. Die örtliche Buchhandlung oder die örtliche Bibliothek können die Bücher für Sie bestellen. Glücklich sind diejenigen, in deren Hände diese Worte eines lebenden verwirklichten Wesens fallen.

Julian Capper, Großbritannien.

 

Anmerkung des deutschen Übersetzers:

Jeder Mann und jede Frau hat, seit frühester Kindheit, den Willen, das zu tun, was er oder sie möchte. Dieser Wille ist allerdings auch im Fluss des Lebens enthalten, so dass der freie Wille nichtsdestoweniger eine Illusion ist, eine sehr hartnäckige. Wir halten die Bewegungen unseres Körpers für selbstverständlich, auf die selbe Weise, wie wir unser Leben für selbstverständlich halten. Wie wichtig doch die Überzeugungen, dass man einen freien Willen zu handeln hat, in unserem täglichen Erleben geworden sind! Ein klares Verständnis der wunderbaren Bewegung des Lebens, die jede Bewegung unseres Körpers mit einschließt, macht den Menschen auf wahre Weise bescheiden, zu einem Weisen.

Marcus Stegmaier, Deutschland.

 

 

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